Inktober 2021 – Tag 1 Kristall

Inktober 2021 – Tag 1 Kristall

Kristall

Er steckte mitten im Schlamm. Und jede Sekunde versank er weiter darin. Hätte er nicht gesehen, wie der Kristall im hohen Bogen in das Schlammloch gefallen war, dann hätte er ihn niemals gesehen. So beobachtete er mit klopfendem Herzen wie die letzten Luftblasen aufstiegen und verploppten. Der Kristall war erneut verschwunden.

Diese Schlammlöcher waren unberechenbar. Es konnte sein, dass wenn er reinlangte, er die glatten Kanten des Kristalls zu greifen bekam. Es konnte aber auch sein, dass der Kristall immer weiter gesunken war. In die unergründlichen Tiefen unter der Erde mit den Geysiren, Schlammlöchern, Tunnelsystemen und verborgenen Schächten, die noch kein Menschenauge je gesehen hatte.

Was sollte er tun?

Er kam im Moment nicht an das Schlammloch heran. Das war einfach unmöglich. Das Wolfsrudel war im Angriffsmodus. Er würde nicht in einem Stück an ihren vorbeikommen, geschweige denn durch sie hindurch. Sie waren sauer. Sie waren bei ihrem Mahl gestört worden. Ein bisschen konnte er verstehen, dass sie sauer waren. Es war nur blöd, dass sie es nun auf ihn abgesehen hatten. Dabei war er gar nicht der Störenfried gewesen. Das war Nuldur gewesen. Nuldur brachte sogar ein Faultier dazu, in Rage durch den Wald zu laufen.

Nuldur war inzwischen wohl über alle Berge verschwunden. Er hatte ihn alleine gelassen. Mit dem Problem. Der Auftrag war so einfach gewesen: Hol den Kristall und bringe ihn nach C. Mehr nicht. Ohne Umwege und ohne großes Trara. Dank Nuldur war nun der Kristall ganz und gar nicht in C. und er hatte das Trara.

Was sollte er also tun?

Er hatte sich auf einen Baum geflüchtet und beobachtete das Wolfsrudel, genauso wie das Schlammloch.

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