Inktober 2021 – Tag 14 Zecke

Inktober 2021 – Tag 14 Zecke

Zecke

Sie hatte panische Angst vor Zecken. Diesen winzig kleinen ekligen Dingern, die sich einfach überall festbeißen konnten. Zecken waren einfach übel. Und dann konnte man auch noch richtig krank davon werden. Lauter gruseliges Zeug hörte man über Zecken. Wehe, wenn man sie nicht ganz herausbekam und der Kopf stecken blieb. Dann war das Gift sozusagen im Körper. Dann konnten lauter schreckliche Dinge passieren. Krankheiten mit unaussprechlichen Namen.

Zecken waren wirklich unmöglich. Alleine schon der Name war unangenehm. Dieses scharfe Z am Anfang und dann noch ck in der Mitte. Das Wort war etwas, was man regelrecht ausspuckte. ZECKE! Sie schüttelte sich. Alleine daran zu denken, war gruselig.

Und jetzt musste sie sich durch dieses Feld und Unterholz durchkämpfen, das sicherlich ein Zecken-Vergnügungspark war. Sie sah es förmlich schon überall krabbeln.

Wieder schüttelte sie sich. Wieso musste sie auch nur anfangen, an dieses Getier zu denken. Ausgerechnet jetzt. Sie hatte wirklich andere Probleme. Sehr viel Größere als diese Minizecken. Allerdings waren ihre aktuellen Probleme mindestens so gruselig wie die Zecken. Auch diese Probleme bissen sich fest. Und wollten nicht mehr loslassen.

Sie hatte also die Wahl: Wenn sie hier stehen blieb, würden die Zombies sie fressen. Wenn sie sich durch das Unterholz schlug, dann gäbe es eine Chance zu überleben. Zumindest eine kleine Chance. Bis sie dann an einer Krankheit starb, die von den Zecken übertragen wurden.

Sie blickt über ihre Schulter. Die Zombies waren nicht schnell, aber sie kamen immer näher. Es waren drei. Sie waren ihr auf der Spur und noch knapp 100 Meter entfernt. Der Stacheldrahtzaun, der halb eingerissen die Koppel umzäunt hatte, hatte sie ein klein wenig aufgehalten. Aber nicht lange. Es machte ihnen schließlich nichts aus, wenn ein weiteres Stück aus ihrem Körper gerissen wurde. Einer der drei hing mit der Wade immer noch im Zaun fest. Er bewegte sich aber immer weiter und zog nun ein Stück des Stacheldrahts und einen der Zaunpfeiler einfach mit sich. Wäre er nicht untot gewesen, dann hätte das höllisch weh getan.

Sie drehte sich wieder in Richtung Wald. Sie musste dringend weiter. Sie versuchte den Gedanken an die Zecken zu verdrängen, aber das kleine Gewusel von kleinen schwarzen Punkten, die versessen waren ihre Beißer in ihr Fleisch zu schlagen, kam immer wieder hoch. Hinter ihr hörte sie das schmatzende Geräusch, das verwesendes Fleisch macht, wenn es sich bewegt.

Es war keine Zeit für weitere Empfindlichkeiten. Sie nahm ihren Stock und begab sich in den Wald. Sie musste die Zombies endlich abschütteln. Und das gelang nur, wenn sie sich nicht über eine freie Fläche wie ein Feld bewegte.

Das Unterholz knackte. Der Wind rüttelte sanft am Blätterdach. Sie scheuchte ein paar Waldtiere auf. Die feuchte Erde roch nach Herbst.

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