Inktober 2021 – Tag 27 Funke

Inktober 2021 – Tag 27 Funke

Funke

Der Funke sprang über. Er entzündete die Zündschnur. Das aufflammende rotgelbe Funkenlicht bahnte sich in atemberaubender Schnelligkeit den Weg zu seinem Ziel: Der Sprengladung.

In 30 Sekunden würde die Sprengladung hochgehen. Dann hätten sie es geschafft. Der Weg war frei. 30 Sekunden bis sie an ihrem Ziel ankamen. Und dann hieß es schnell sein. In 3 Minuten würden die Sicherheitsleute auf ihrer Etage sein. Sie hatten 3 Minuten Zeit um rein zu gehen, das Artefakt zu holen und wieder zu verschwinden. Sie mussten dringend beim Ablauf der 3 Minuten wieder im Auto sein. Es gab sonst keine Möglichkeit mehr zu fliehen. Es war die einzige Fluchtroute.

Das war nicht gut.

Man machte einen solch heiklen Job nicht, wenn man nur eine Fluchtroute hatte. Da waren als Minimum normalerweise drei Routen nötig. Ansonsten war das ein Selbstmordkommando. Aber auf sie hörte ja keiner. Irgendetwas würde schief gehen. Sie würden gefangen genommen und vielleicht sogar erschossen. Wer wusste das schon. Es handelte sich hier um eine private Sicherheitsfirma, mit einer sehr guten Ausstattung und sehr viel Erfahrung. Sie wussten auch viel zu wenig über diese Firma. Und ihre Arbeitsweisen.

Auch das war nicht gut.

Sie ärgerte sich. Wie konnte es nur so weit kommen?

Sie verfolgte die kleine Flamme auf der Zündschnur. Noch 10 Sekunden. Es war keine Zeit für Gejammer. Sie musste sich konzentrieren. Sie atmete tief ein und machte sich startklar. Neben ihr spürte sie die angespannten zwei Anderen. Auch sie sagten nichts, hatten aber die gleichen Bedenken.

Kawuuuuuuummm!

Die Sprengladung explodierte. Eine massive Staubwolke nahm ihnen die Sicht. Darauf waren sie vorbereitet gewesen. Sie sprinteten alle drei in Richtung Wolke los.

Keine Zeit verlieren. Der Counter lief.

Kurz vor der Wand stoppten sie gerade rechtzeitig. Die Betonwand hatte es durch die Sprengladung zerfetzt. Doch da, wo jetzt ein Loch sein müsste, starrten sie auf eine Stahlwand. Massiv. Der Staub legte sich um sie herum und auf ihre Köpfe und Schultern.

Sie berührte die Stahlwand. Sie war kalt. Und massiv.

Hier war kein Durchkommen.

Wie konnte das sein? Ihre Scans hatten etwas anderes gesagt. Waren sie manipuliert worden?

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