5 (7) Fragen an FemArc

Lange Zeit war es still hier, jetzt geht es weiter mit dem 5. Teil der Interviewreihe mit Verlagen für Archäologie, Geschichte und Kultur. Und es freut mich besonders, dass ich heute FemArc hier präsentieren darf. FemArc ist kein Verlag, aber ein Herausgebergremium mit spannenden Projekten, Themen und Büchern rund um Frauen und Archäologie.

Die vorhergehenden 4 Interviews liste ich am Ende des Beitrages auf.

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1. Seit wann gibt es FemArc und wie ist er entstanden?

Die FemArcEdition ist das Herausgeberinnengremium des Netzwerks archäologisch arbeitender Frauen FemArc e.V., also kein Verlag im eigentlichen Sinne. Die FemArcEdition gibt seit dem Jahre 2000 die Reihe Frauen – Forschung – Archäologie heraus. In dieser Reihe erschienen zuerst die netzwerkseigenen Publikationen (Bände 1–3), seit Band 4 auch Dokumentationen von Tagungen außerhalb des Netzwerks, besonders die Tagungsberichte der AG Geschlechterforschung. Derzeit erscheint die Reihe beim Waxmann Verlag.

femarc2. Wo liegt der Programmschwerpunkt?

Der Programmschwerpunkt ist eng mit den Zielen des Netzwerks verknüpft. FemArc- seit 11/2004 FemArc e.V. – verfolgt das Ziel, archäologische Geschlechterforschung und feministische Archäologie als Themen und Methoden in den archäologischen Fächern zu etablieren, weiterzuentwickeln und deren theoretischen Grundlagen zu diskutieren, sowie den Austausch zwischen den archäologischen Fächern und anderen an der Frauen- und Geschlechterforschung beteiligten Disziplinen zu fördern. Diese Ziele werden durch die Herausgabe eines regelmäßigen Newsletters, durch die Organisation von Tagungen und Workshops und die Veröffentlichung der dort erzielten Ergebnisse sowie durch die Herausgabe der Buchreihe Frauen – Forschung – Archäologie durch die FemArc-Edition verwirklicht.

3. Wie stehen Sie zu der digitalen Entwicklung? Ebooks, Digitalisierung, OpenAccess?

Grundsätzlich stehen wir diesen Entwicklungen eher skeptisch gegenüber. In vielen Fällen heißt Open Access ja nicht, dass auch das Publizieren der Bücher oder Beiträge „offen“ ist. Im Gegenteil müssen in vielen Fällen die Kosten für die Publikation, die durch den Verkauf von Büchern oder Zeitschriften zumindest teilweise wieder eingenommen wurden, im Vorfeld von der publizierenden Wissenschaftlerin/dem publizierenden Wissenschaftler komplett übernommen werden. Ohne eine institutionelle Einbindung, bei der die Herstellungskosten vom Arbeitgeber oder Projektträger übernommen werden, ist dies in der Regel nicht zu leisten. Das schließt aber viele freiberufliche Archäologinnen und Archäologen, insbesondere auch Frauen, die trotz Elternzeit o. ä. im Fach präsent bleiben möchten, von vorneherein aus.madchenimaltertum

Die Bücher der Reihe „Frauen – Forschung – Archäologie“ erscheinen derzeit im Waxmann-Verlag. Die letzten Bänden werden vom Verlag sowohl als gedruckte Bücher als auch als E-books angeboten. Die FemArcEdition selbst kann aber nur die gedruckten Exemplare der Bücher verkaufen.

4. Wie finden Sie Autoren bzw. wie entstehen neue Buchprojekte bei Ihnen?

Neue Buchprojekte entstehen in der Regel aus dem Netzwerk heraus: Einerseits publizieren wir Tagungsbände zu Netzwerkstagungen oder Tagungsbände zu der von Netzwerksmitfrauen gegründeten AG Geschlechterforschung. Andererseits bearbeiten wir aber auch davon unabhängige Themen, wie etwa in Band 10 zu „Ausgräberinnen, Forscherinnen, Pionierinnen. Ausgewählte Porträts früher Archäologinnen im Kontext ihrer Zeit“. Wir sind außerdem offen für thematisch in die Reihe passende Buchprojekte, die von außen an uns herangetragen werden.

5. Zum Schluss natürlich noch die Frage: Was ist zuletzt bei Ihnen erschienen?

Noch relativ druckfrisch ist der Tagungsband „Mädchen im Altertum / Girls in Antiquity“. Wie alle von der FemArcEdition herausgegebenen Bände kann er direkt bei uns unter http://femarc.de/buch-kaufen.html bestellt werden.

 

FemArc

Website: http://www.femarc.de/

 

 

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Hier sind weitere Teile der Interviewreihe:

7 Fragen an Librum Publishers

7 Fragen an den BAG- und Bärenfelser Verlag

7 Fragen an den Nünnerich-Asmus Verlag

7 Fragen an die Wissenschaftliche Buchgesellschaft



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