Jane Austen – Sense and Sensibility

Sense and Sensibility erschien erstmals 1811. Es ist einer der wenigen Romane von Jane Austen, die ich noch nicht gelesen hatte. Es wurde also Zeit. Die Story kannte ich schon, denn vor Jahren habe ich die BBC Verfilmung gesehen. (Dort spielt übrigens ein großartiger Alan Rickman mit.)

Es ist die Geschichte zweier Schwestern (Elinor und Marianne Dashwood) auf der Suche nach finanzieller Sicherheit, Unterkunft und natürlich – wie sollte es anders sein – auf der Suche nach der Liebe. Es könnte so schnulzig sein und ist es trotz allem überhaupt nicht. Einfühlsam, ironisch, sarkastisch und humorvoll werden die Charaktere dargestellt. Die Dialoge sind das Beste. Austen schafft es Mr. John Dashwood und seine Frau so unglaublich geizig, ichbezogen und unmöglich darzustellen, allein durch die Dialoge, dass sie es in einer Beschreibung gar nicht ausdrücklich sagen muss.

Hugh Laurie ist die absolut einzige und hundertprozentig richtige Besetzung für Mr. Palmer, diesen zurückgezogenen, grummeligen, aber im Grunde liebenswerten Nörgler von Ehemann. Auch Mrs. Jennings ist zu Anfang des Romans eine klatschsüchtige lebensfrohe Person, die einem schnell auf die Nerven gehen könnte. Aber die Figuren entwickeln sich – zumindest ein paar. Mrs. Jennings ist so rührend nachher in London um ihre Schützlinge besorgt, das man ihr schnell jede Lästerei vergibt.

janeausten_senseandsensibilityDer Plot ist denkbar einfach, wartet aber mit sehr interessanten Höhen und Tiefen auf. Die Schwestern verlieben sich, werden bitter enttäuscht und am Ende gibt es dann doch noch eine Art von Happy End. Sowohl beim Buch als auch beim Film bin ich immer noch der festen Überzeugung eine Verbindung von Elinor und Colonel Brandon wäre mindestens genauso interessant und spannend gewesen. Aber egal, Austen hat ihr Happy End anders geschrieben und auch damit kann ich sehr gut leben.

Es ist immer wie ein Heimkehren, wenn ich Jane Austens Romane lese. Sie sind so voller Eleganz, Zurückhaltung und Höflichkeit und doch so voller Emotionen und sogar Bösartigkeiten. Es macht einfach sehr viel Spaß sie zu lesen. Und ich bedaure es jetzt schon, dass ich bald alle Werke von Austen durch habe. Da hilft dann nur noch ein erneutes Lesen.

Ein paar wunderbare Stellen aus dem Buch:



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