Karoline Pietrowski, Skizziere jeden Tag

Vor einiger Zeit schon bin ich über den Instagram-Account von Karoline Pietrowski gestolpert. Ihre Zeichnungen und Illustrationen sprachen mich sofort an. Der Folgen-Button wurde gleich mal geklickt. Dank ihres Accounts bin ich auch auf ihr Buch aufmerksam geworden, das gerade frisch Mitte September im Verlag Edition Michael Fischer erschienen ist: „Skizziere jeden Tag“. Ich wollte es sofort haben und nach einer kurzen Kontaktaufnahme mit dem Verlag, war dieser so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zu schicken.

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„Skizziere jeden Tag“ ist eine Hommage an die Skizze, an das Doodle und das einfach Draufloszeichnen. Es ist wirklich ein sehr schönes Buch geworden. Auch schon rein haptisch. Der Umschlag des Taschenbuches ist eine Art Aquarellkarton und fühlt sich ganz wunderbar an. Es passt hervorragend zum Thema des Buches.

Es beginnt mit einem kurzweiligen und amüsanten Einstieg mit der Schilderung einer gezeichneten Einkaufsliste von Karoline Pietrowski an ihren Freund. Dann folgt eine knappe Einführung in die grundlegenden Skizzenmaterialien. Davon gibt es reichlich. Jeder, der mal in einem Künstlerbedarf gewesen ist, weiß von der Qual der Wahl. Karoline Pietrowski beschränkt sich hier auf ein paar wenige, wie Stifte, Papier, Notizbücher. Welche Möglichkeiten gibt es, was ist für was am besten geeignet und was nutzt sie persönlich. Kurz und knapp. Eine gute Wahl. Denn es geht ja um die schnelle Skizze in dem Buch und sie sagt auch: „Es geht um Spaß.“

Sehr schön fand ich auch die zwei Seiten, die Pietrowski den digitalen Skizzenmöglichkeiten widmet und ganz kurz Apps und Programme vorstellt. Das habe ich in der Form zum ersten Mal so gesehen und fand es sehr hilfreich.

Das Buch ist mit seinen 144 Seiten eher knapp bemessen, daher kommt Pietrowski schnell zum Punkt. Ab Seite 28 bringt sie wunderbare Beispiele von Zeichnern, Illustratoren und Menschen, die einfach nur skizzieren. Zwischen 2-5 Seiten sind den Kreativen gewidmet, die erste Seite ist eine Art Steckbrief ihrer Skizzen. Es wird abgefragt, welche Materialien sie nutzen, welche Hauptthema sie skizzieren und in Form von Fließtext dann auch, was die Skizze für sie bedeutet. Es ist kurzweilig und sehr interessant. Ich habe einige neue Illustratoren dadurch kennen gelernt und es war ein bisschen wie ein Blick ins Atelier.

Persönlich besonders gefallen haben mir Johanna Zebojnik-Ihlas (S. 76) und Kim Hus  (S. 92) Skizzen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass grundsätzlich die Webseiten der Künstler angegeben sind. So kann man noch ganz viele weitere Arbeiten von ihnen online betrachten.

Das Buch von Karoline Pietrowski zeigt nicht nur die Vielfalt, die Skizzen annehmen können, sondern vor allem auch, das es völlig egal ist, wie gut oder schlecht die Materialien sind, die man zur Verfügung hat. Man kann einfach drauflos skizzieren. Egal was. Es ist jedem selbst überlassen und keiner – außer einem selbst – kann diese Skizzen kritisieren. Eine der interviewten Zeichnerinnen sagte sogar, sie benutzt extra billige Notizbücher, die kariert oder liniert sind, damit sie die Angst vor dem weißen Blatt nicht hemmt. So kann sie einfach drauflos skizzieren.

 

Es ist ein schönes Buch und für Zeicheninteressierte, Sketcher, Skizzenfanatiker, Bleistiftdompteure, Kugelschreiberschwinger und Aquarelltaucher eine hervorragende Geschenkidee.

 

// Karoline Pietrowski, Skizziere jeden Tag, Edition Michael Fischer, ISBN 978-3-86355-404-0, 144 Seiten, 16,99 Euro.

 



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