Ich richte zurzeit einen Readalong zu dem Buch „Meine geniale Freundin“ (My brilliant Friend) von Elena Ferrante aus (#readingferrante). Wer noch mitlesen möchte, gerne! Der Readalong wird den ganzen März dauern. Alle Informationen dazu findet ihr hier im ersten Beitrag dazu.
Jede Woche werde ich einen kleinen Check-In auf meinem Blog machen und meine Gedanken zu dem Gelesenen zusammenfassen.
Die erste Woche
Das Buch beginnt damit, dass eine Frau (Lila) verschwindet. Und zwar völlig. Ihre Familie weiß nichts, ihre Kleidung und ihr Pass sind weg und auch die Freunde sind ratlos. Die Erzählerin (Elena) macht sich fortan daran, die Geschichte dieser Frau (ihrer Freundin) zu erzählen. Die Erzählerin ist direkt, ehrlich und trocken, was sie schon einmal sofort für mich eingenommen hat. Sie schreibt die Geschichte praktisch aus Ärger und wahrscheinlich auch ein bisschen aus Rache auf. Sie will nicht, dass ihre Freundin Lila einfach damit durchkommt, tatsächlich komplett zu verschwinden. Das ist ein ziemlich starker Anfang für ein Buch.
Elena beginnt sehr früh, als die beiden Frauen noch kleine Mädchen waren und wie sie eigentlich Freundinnen wurden. Es ist keine sentimentale Erzählung, wie man sie sonst so häufig bei Rückblenden findet. Es wirkt ehrlich. Kleine und große Streitereien zwischen besten Freundinnen, Neid, ein bisschen Quälerei, Konkurrenzkampf, aber trotzdem Zusammenhalten bei den wirklich wichtigen Dingen, es wirkt alles überzeugend.
Gesammelte Zitate
Hier ein paar Zeilen, die ich mir markiert habe:
„When you haven’t been in the world long, it’s hard to comprehend what disasters are at the origin of a sense of disaster: maybe you don’t even feel the need to. Adults, waiting for tomorrow, move in a present behind which is yesterday ort he day before yesterday or at most last week: they don’t want to think about the rest. Children don’t know the meaning of yesterday, of the day before yesterday, or even of tomorrow, everything ist this, now: the street ist this, the doorway ist his, the stairs are this, this is Mamma, this is Papa, this ist he day, this the night.“ (S. 29)
„Life was like that, that’s all, we grew up with the duty to make it difficult for others before they made it difficult for us.“ (S. 37)
„My mother always saw evil where, to my great annoyance, it was sooner or later discovered that evil really was, and her crossed eye seemed made purposeley to identify the secret motives of the neighboorhood.“ (S. 59)
Die Sprache gefällt mir. Sie ist einfach, nicht zu umständlich, sie lässt aber Bilder entstehen. Diese italienische Nachbarschaft wird lebendig vor meinen Augen. Ich kann sie mir gut vorstellen. Die zweieinhalb Seiten Personenindex am Anfang des Buches finde ich dagegen eher überflüssig. Warum diese an den Anfang gesetzt wurden, ist mir schleierhaft. Aber das ist wirklich Geschmackssache und ehrlich gesagt, habe ich diese zwei Seiten einfach ignoriert. Bis jetzt komme ich wunderbar ohne diesen Index aus und habe keine Schwierigkeiten mir die Personen zu merken.
Wie war die Lektüre des ersten Teiles für euch? Hat euch etwas besonders gut gefallen oder auch besonders schlecht? Hat euch die Geschichte schon gepackt? Ich bin gespannt auf eure Antworten.
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