Der Fluch der Fortsetzung oder der verfluchte zweite Teil

Der Fluch der Fortsetzung oder der verfluchte zweite Teil

Heute ist der zweite Tag, an dem ich einen Blogbeitrag schreiben will. Ohne ihn schon vorbereitet zu haben. Ohne eine Ahnung, wohin es geht oder wovon er handelt.

Und was ist da?

Leere!

Gähnende Leere.

Also springe ich auf die Metaebene und vielleicht habe ich dann damit ein Thema gefunden. Wer weiß. Ich probiere es zumindest mal aus.

Der verfluchte zweite Teil lässt sich auf Vieles beziehen. Den zweiten Blogpost in einer Reihe, die man gestern noch spontan für gut befunden hat. Heute nach einem 10 Stunden-Arbeitstag beginnen sich leise Zweifel an dieser Idee in mir breit zu machen. Aber ich bin noch nicht bereit, aufzugeben.

Es ist schließlich erst der zweite Tag.

Der zweite Versuch.

Das wird schon.

Hoffe ich zumindest.

Nach einem Debütroman haben es ja auch etliche Autoren geschafft einen zweiten zu schreiben. Man hört zwar immer wieder mal von dieser Angst vor dem nächsten Buch nach dem ersten. Oder auch nach dem vorhergehenden. Es ist irgendwie immer das zweite Mal, das einem Angst macht.

Das erste Mal ist man noch total naiv und weiß nicht, worauf man sich einlässt.

Beim zweiten Mal dann, ja dann weiß man, was kommt.

Dann sind einem die Abgründe bewusst, durch die man sich durchkämpfen muss.

Das gilt gleichermaßen für Blogreihen wie auch für Bücher.

Und vielleicht sogar für Filme.

Der erste Film ist WOW, hier bin ich. Ich bin etwas Neues. Eine Fortsetzung dagegen legt dann endgültig den Stil und die Richtung fest. Dann kann man nicht mehr zurück. Was ist, wenn das eine Schnapsidee war? Tja, viele dieser Schnapsideen sind als Fortsetzungen verfilmt worden. Und so gerne ich auch den Regisseuren und Drehbuchautoren in eine weitere Fortsetzung folge und jedes Mal wieder neugierig bin, nicht immer schaffen sie es, mich zu überzeugen. Aber so ist wohl das Leben.

Man kann mit seinen Texten nicht alle und jeden glücklich machen. Es ist schließlich keine Pizza.

Den Spruch habe ich letztens auf Pinterest gefunden und finde ihn einfach großartig.

„You can’t make everybody happy. You are not Pizza.“

Seitdem versuche ich ihn auch mal in einem Blogartikel zu verarbeiten.

Bei Pizza ist das zweite Stück auch nicht schlimm. In der Regel ist man dann richtig im Pizzahimmel angekommen. Vielleicht ist das die Ausnahme, die die Regel bestätigt? Langsam werde ich albern.

Manchmal ist aber das Debüt albern oder langweilig und der zweite Teil wird dann wesentlich besser. Manchmal habe ich die Sorge, wenn ich eine Buchreihe anfange und mir gefällt das erste Buch der Reihe nicht, ob es nicht doch besser ist, auch noch das zweite auszuprobieren.

Was ist zum Beispiel, wenn ich eine Buchreihe nach dem ersten Buch abbreche, weil es mich gelangweilt hat und dann nimmt die Reihe richtig Fahrt auf. Vielleicht habe ich eine neue Lieblingsreihe verpasst. Vielleicht ist es deswegen auch nicht immer sinnvoll mit dem ersten Buch anzufangen.

Allerdings sträubt sich in mir etwas, wenn ich weiß, dass es eine Reihe ist, sie nicht in ihrer natürlichen Reihenfolge zu lesen. Sogar bei Reihen, die damit werben, dass es abgeschlossene Bücher sind. Ich will bei A anfangen und dann bis Z lesen. Nicht mit Q beginnen, dann bei B landen und schließlich zu A kommen. Das kommt mir unnatürlich vor. Hätte der Autor diese Reihenfolge gewollt, dann hätte er sie auch so geschrieben.

Was lerne ich jetzt daraus?

  1. Ich habe den zweiten Blogpost geschrieben. Er ist ein wenig wirr, aber er ist geschrieben und geht online.
  2. Vielleicht sollte ich hin und wieder dem zweiten Buch noch eine zweite Chance geben.

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