True Crime – Wahre Verbrechen

True Crime – Wahre Verbrechen

Lest ihr True Crime? Ich hatte eine Phase, in der ich gerne dazu gegriffen habe. Aber seitdem wir in einer Pandemie leben, fehlt mir die Energie auch noch über wahre Verbrechen zu lesen. Da war mir die Fiktion bis jetzt lieber.

Die Wahrheit und auch die Realität sind immer ein bisschen gruseliger, direkter und dreckiger, als die Phantasie. In der Fiktion kann man Dinge ändern. Sie besonders erschreckend machen oder auch besonders dunkel zu dem richtigen Zeitpunkt. Das funktioniert in der Realität nicht. Es ist die ungeschminkte Wahrheit. Keine Zeitstraffung, keine Spannungsbögen, kein üblicher Plotverlauf – True Crime ist True Crime.

Und wie oft sagt man, dass hätte ein guter Lektor aus einem Krimi sicherlich rausgestrichen. Das ist viel zu unrealistisch oder unglaubhaft. Dabei ist es die Wahrheit. Wenn ich einen Krimi oder Thriller lese, weiß ich, dass das Fiktion ist. Viele Krimiautoren lassen sich von wahren Verbrechen inspirieren, aber der Schleier der Fiktion liegt dann trotzdem darüber. Dieser Schleier wirkt wie ein Absperrband. Er stellt eine natürliche Grenze da. Und diese Grenze ist trotzdem da, auch wenn das Buch noch so gruselig und böse ist, dass man vielleicht schlecht schläft. Bei True Crime ist das anders. Hier werden Fakten geschildert. Hier kommt die Realität ans Tageslicht. Es ist ähnlich wie mit Reportagen. Manchmal gibt es hier einen Spannungsbogen, aber an den Fakten, den Ermittlungsergebnissen und den Reaktionen der Menschen lässt sich in der Regel nicht einfach etwas verändern. Denn sie sind real. Und wenn man sich der Aufgabe gestellt hat, wahre Verbrechen darzustellen, dann kann man nicht mal eben dem Kommissar oder Mörder noch etwas andichten, damit die Story plausibler wird.

Es ist wie bei Filmen. Wenn die Musik aufhört, weiß man, dass etwas wirklich Übles passieren wird. Der Fiktionsschleier ist praktisch wie die Musik. Man wiegt sich in Sicherheit, man wird vorbereitet. Und wenn die Musik weg ist, dann ist nur noch die Stille da, das nervöse Atmen oder Herzklopfen und die polternden Schritte des Mörders. Man ist sehr viel näher dran. Die künstlerische Barriere entfällt.

Und ich weiß nicht, wodran es liegt, aber wenn es draußen dunkler wird, es regnerisch und kalt ist, dann steht mir der Sinn wieder nach etwas Gänsehaut. Den Oktober habe ich mit anderen Dingen verbracht und eher wenig gelesen. Aber jetzt im November habe ich wieder Lust auf True Crime. Gibt es Neuerscheinungen, die ich mir in diesem Zusammenhang mal anschauen sollte? Mein letztes Buch aus diesem Bereich war „I’ll be gone in the dark“ von Michelle McNamara zum Golden-State-Killer.

Schickt mir gerne eure Empfehlungen.

Viele Grüße

Stephie

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