Gesellschaftsspiele oder die Formel für den Weltfrieden?

Gesellschaftsspiele oder die Formel für den Weltfrieden?

Das Problem mit den Gesellschaftsspielen ist: Sie suggerieren innige Familienliebe, fröhliche Gemeinsamkeit und ein liebevolles Miteinander. Im Grunde genommen sind sie aber nur ein Ventil, um die angestauten Aggressionen abzulassen. Gut sie sind wesentlich günstiger und nicht so blutig, wie wenn man einen oder mehrere Morde begeht. Aber das kriegerische Potential haben sie so oder so. Und manchmal verstärken sie die zwischenmenschlichen Spannungen noch ein bisschen mehr. Und dabei muss man noch nicht einmal kriegerische Spiele spielen, in denen Länder erobert werden. Es reicht auch schon ein einfaches „Mensch ärgere dich nicht“ oder eine Runde Canasta.

Nehmt alleine schon die Sprache: Da wird herausgeworfen, gestochen, erhöht, erledigt, gezogen, erhängt, rausgeschmissen, patt oder matt gesetzt, erobert, riskiert, eingenommen, geschossen.

Es gibt Familien, die können wie die Kesselflicker bei solchen Spielen fluchen und wenn jemand am Haus vorbeikommt, könnte man meinen, hier passiert gerade ein Massaker. Eigentlich ein Wunder, dass unsere Nachbarn noch nie die Polizei gerufen haben. Aber vielleicht waren sie selbst mit Gesellschaftsspielen beschäftigt. Danach geht es in sehr friedlicher Atmosphäre das Plündern des Buffets.

Und genau das ist meine Empfehlung für alle, die an diesen Feiertagen Gesellschaftsspiele spielen wollen. Achtet darauf, dass es im Anschluss was Leckeres zu essen gibt. Nichts beruhigt die Gemüter so gut, wie leckere Salate, Schnittchen, Fingerfood und Co. Darüber sind die frechen Rausschmeißer von eben oder der dritte Handcanasta hintereinander mehr als vergessen. Außerdem wird das Blut dicker bei dem ganzen kalorienreichen Essen, das sagte zumindest immer meine Großmutter, und damit werden die Menschen auch träge. Das Messer, die Axt oder den Kronleuchter gegen sein Gegenüber in der Bibliothek, im Flur oder im Wohnzimmer zu schwingen wird dann zu einer Hochleistungssportart und dann wählt man vielleicht doch lieber das Nickerchen im Sessel. Außerdem ist morgen ja auch noch ein Tag und da gibt es Revanche!

Mit dem Mittel der Gesellschaftsspiele kann man seine ganzen kriegerischen Energien ausleben. Ich sag mal so: Besser auf dem Brett als im wahren Leben. Vielleicht sollten wir alle mehr Gesellschaftsspiele spielen? Vielleicht ist das die Formel für den Weltfrieden? Wer weiß. Ich gehe jetzt noch einmal ans Buffet, da steht noch ein Salat, den ich noch nicht probiert habe.

Kriegerische – äh spielerische Grüße und frohe Feiertage

Eure Stephie

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