Vom Brodeln und Ausbrechen

Vom Brodeln und Ausbrechen

Neulich dachte ich über Vulkane nach. In den letzten zwei Wochen kamen sie des Öfteren in Gesprächen vor. Und zwar in ganz unterschiedlichen Kontexten. Einmal die große Diskussion, wo der Vesuv (bei Neapel) und wo der Ätna (auf Sizilien) liegt. Die ich klar und deutlich beantworten konnte, schließlich hatte ich schon einmal das Vergnügen auf ersterem gewesen zu sein und der zweite liegt auf einer Insel, die ich unbedingt mal besuchen will. So weit so gut.

Die nächste Vulkanreferenz kam in einem Austausch über die Zusammenarbeit von Kolleg:innen oder vielmehr das unmögliche Benehmen von einigen. Das führt zum gewaltigen inneren Brodeln in einem selbst und wenn man nicht aufpasst, kommt es zum Ausbruch. Manchmal sind solche Ausbrüche auch gut und nützlich und reinigend. Manchmal machen sie die Zusammenarbeit aber nur noch schwerer. Es lässt sich nicht immer klar im Vorhinein erkennen, welche Variante Erfolg haben wird. Das macht das Ganze nicht gerade einfacher.

Wir haben also gemeinsam ein bisschen vor uns herumgebrodelt und uns unser gegenseitiges Leid geklagt und schon ging es etwas besser. Klar, waren die Probleme noch nicht gelöst und auch die Kolleg:innen sind nicht mal ebenso ausgetauscht oder verschwunden. Aber Dampf ablassen, mal drüber reden und dann wieder mit ein paar tiefen Atemzügen sich den Aufgaben widmen tut gut. Man muss nur aufpassen, wo der Dampf abgelassen wird. Ich empfehle dazu völlig firmenunabhängige Personen. So dass der rauchende Vulkan nicht zu einer ganz neuen Eruption und einer Kettenreaktion kommt. Denn das kann auch böse nach hinten losgehen.

Ich finde es wichtig ein solches Ventil zu haben. Denn alles in sich rein zu fressen, ist nicht gesund. Außerdem kocht man dann in seinem eigenen Saft und der Blick von außen oder auch nach außen ist so verdammt wichtig. Sonst ist man nämlich ganz schnell bei einem Tunnelblick und das blockiert einen selbst und in der Regel auch das Team oder die Menschen um einen herum. Wenn man nichts anderes mehr sieht, als sich selbst und seine „Probleme“, dann ist der Himmel ganz schön dunkel geworden vor Vulkanasche – um bei dem Bild zu bleiben.

Also plädiere ich für mehr über den Horizont gucken, vielleicht auch mal sich in eine andere Person einfühlen und natürlich für den Austausch mit einer Vertrauensperson (Familie, beste Freunde etc.), die nichts mit der eigenen Arbeitswelt zu tun haben, um einfach mal Dampf abzulassen.

Viele Grüße von einer wieder beruhigten Stephie

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