Dackel

Dackel

Seit etwa zwei Jahren besteht der Running Gag zwischen mir und meiner Schwester, dass ich mir einen Dackel zulegen sollte. Ich weiß gar nicht mehr, wie diese Idee entstand, aber ich habe die starke Vermutung, dass diese verflucht süßen Dackel-Reels von Instagram daran schuld sind.

Seitdem bekomme ich in regelmäßigen Abständen Videos und Bilder von Dackeln zugesendet mit der Aufforderung, mir doch endlich diesen Dackel zu holen. Und ich werde immer schwächer mit meinen Gegenargumenten, ich gebe es zu. Diese Hunde haben etwas. Natürlich finde ich auch andere Hunde toll. Corgis sind großartig. Oder Labradore. Aber ein Dackel? Dieser kleine lange Hund, der mit so vielen Vorurteilen behaftet ist, dass man ihn fast nicht ernst nehmen kann, hat anderes verdient.

Und jetzt habe ich dieses Kolumnenthema „Dackel“ bekommen. Ich sehe dahinter ein klein bisschen Methode, um auch meine letzten Argumente gegen eine solche Anschaffung zu ruinieren.

Aber vor jeder Anschaffung steht erst einmal die tiefergehende Recherche und ich kann euch sagen, das Thema „Dackel“ ist ein Kaninchenloch der besonderen Art. Solltet ihr also ebenfalls recherchieren wollen, dann seid gewarnt, das Loch ist lang und tief und man findet nur sehr schwer wieder hinaus. Besonders die Abzweigung Dackel-Welpen. Gaaaanz gefährlich.

Jedenfalls bin ich über jede Menge witziges Material gestolpert. Es gibt beispielsweise eine Liste berühmter Menschen, die einen Dackel besaßen oder besitzen und wie sie ihren liebsten Freund genannt haben. Da wäre natürlich Picasso und sein Lump, Brigitte Bardot und ihr Clown, Clint Eastwood und Red.

Dazu kommen etliche Seiten mit Vorschlägen wie man Dackel noch nennen könnte. Sie sind zum Beispiel in die beliebtesten Namen für Rüden oder Dackel-Hündinnen aufgeteilt, oder Würstchen-inspirierte wie „Hot Dog“, „Frankie“ oder „Pepperoni“, klassisch deutsche Namen wie „Waldi“, „Otto“ oder „Liesel“ und sogar von Süßigkeiten inspirierte Namen. Bei Letzteren haben es mir „Butterscotch“ und „Cookie“ besonders angetan.

Außerdem habe ich gelernt, dass man sogar die Beißkraft von Hunden bestimmen kann. Ich weiß gar nicht wie ich darauf gekommen bin, aber irgendein Link hat mich weitergeleitet. Das Wort Beißkraft hatte ich vorher auch noch nie gehört. Interessante Dinge, die man da im Internet lernt. „Die Beißkraft, auch Bisskraft genannt, gibt an, wie hoch die Kraft des Kiefers bei einem Biss in Newton pro Quadratzentimeter (N cm−2) ist. Es handelt sich also nicht um die Angabe einer Kraft, sondern um einen Druck, daher könnte es auch Beißdruck oder Kieferschließdruck heißen.“ (Wikipedia)

Von dort ging es zum Beißkraft-Quotienten und dass der Schwarze Piranha das Tier mit dem höchsten Beißkraft-Quotienten ist und schon schwebte der nächste Plotgeist für einen Horrorroman heran. Natürlich musste ich sofort schauen, ob es sowas schon gab und prompt war ich in den Tiefen der Buchshops versunken. Und dabei hatte ich mit so einem schönen und unschuldigem Thema wie dem „Dackel“ angefangen. Das Gehirn von Autor*innen ist manchmal unberechenbar.

(Notiert sich aus irgendeinem unerfindlichen Grund auch noch „Smilodon“, eine Säbelzahnkatze, die interessant aussieht und weil das Wort Smilodon sich so melodisch anhört.)

Und jetzt bin ich einfach verloren in meiner Schneeflockenrecherche und finde keinen vernünftigen Übergang zu dem Ausgangsthema zurück. Daher suche ich ihn auch gar nicht erst, sondern sage jetzt einfach: Dackel sind süß und ich muss mich nun an die geforderte Pro- und Contra-Liste setzen „Warum sollte ich mir einen Dackel zulegen?“

Mal sehen, was dabei herauskommt.

Viele Grüße von einer stiftzückenden Stephies

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