Immer wieder sonntags

Immer wieder sonntags

Immer wieder sonntags möchte ich eine Kolumne veröffentlichen. In letzter Zeit war es vielmehr immer wieder jeden zweiten Sonntag veröffentliche ich eine Kolumne. Aber immerhin veröffentliche ich noch eine.

Und auch immer wieder sonntags beschäftigt mich die Frage, habe ich mein Wochenende gut genug genutzt? Habe ich alles erledigt, was ich erledigen wollte? Habe ich alle Seiten gelesen und alle Worte geschrieben, die ich lesen und schreiben wollte? Habe ich die Filme und Serien geschaut, die ich sehen wollte? Habe ich die privaten Termine durchgeführt, die ich vereinbart habe?

Und immer wieder sonntags abends frage ich mich, wo ist nur dieses Wochenende schon wieder hin. War nicht gerade noch Freitagabend und man hatte zwei wunderbare freie Tage vor sich? Oder angeblich freie Tage?

Denn wann ist das Leben eigentlich wieder so hektisch geworden? Ständig ist wieder etwas zu tun, zu erledigen oder man muss jemanden treffen.

Wann habe ich das letzte Mal eigentlich Langeweile gehabt?

Ich glaube, ich habe das mit der Langeweile verlernt. Denn wenn ich nicht in meinem Brotjob arbeite, habe ich jede Menge andere Dinge, um die ich mich kümmern will und muss. Ganz vorne weg mein Schreiben. Wenn man Autorin ist, dann war’s das mit der Langeweile. Zumindest habe ich das Gefühl. Denn wenn ich nicht gerade schreibe, dann denke ich über das Schreiben nach, oder über Geschichten, über ihre Strukturen oder über neue Ideen, die ich mal ausprobieren kann. Über Storytelling. Über alles Mögliche. Oder ich beobachte. Ich beobachte die Umwelt und Menschen um mich herum. Das bringt mich wieder auf neue Ideen. Der Kopf ist auf einmal ein großes Empfangsgerät und überall wirbeln Ideen und Gedanken herum. Da kann es mir gar nicht langweilig werden. Im Gegenteil.

Nichts tun, einfach mal faulenzen, einen kleinen Mittagsschlaf machen, das gibt es natürlich trotzdem in meinem Leben. Das gehört ebenso dazu. Ist das Leben als Autorin nicht wunderbar!

Aber dieses Nachdenken hat auch seine Schattenseiten. Das kann ich euch sagen. Stellt euch vor, ihr seid völlig fertig und wollt nur noch schlafen. Dann ping: Die IDEE! Aus dem Nichts ist sie aufgetaucht und ihr wisst, wenn ihr die jetzt nicht festhaltet, dann ist sie wieder weg. Aber gleichzeitig seid ihr so müde, dass ihr praktisch schon gar nicht mehr wach seid. Und dann ping: Die Idee hat ihre Schwester mitgebracht und auf einmal entspannt sich ein ganzer Plotstrang oder eine Szene in eurem Kopf. Und ja, jetzt ist es passiert. Jetzt seid ihr wach. Hellwach! Und mitten im Geschehen. Der Wecker zeigt halb zwei mitten in der Nacht, aber an Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Die Geschichte entwickelt sich. Ihr geht in einen kleinen Streit mit euch selbst, ob ihr tatsächlich aus dem warmen, gemütlichen Bett aufstehen solltet, um Stift und Papier zu holen oder ob ihr sicher seid, eine solche tolle Idee und Geschichte merkt ihr euch bis zum nächsten Morgen. Aber wisst ihr noch, beim letzten Mal? Ja genau, da war sie dann weg. Ganz weit weg. Und sie kam auch nicht mehr zurück. Zurück blieb nur das vage Gefühl, dass es eine großartige Idee gewesen war. Also was macht ihr? Steht ihr auf oder bleibt ihr liegen?

Tja, was soll ich sagen, das mit der keine Langeweile haben und zu viel Nachdenken ist manchmal auch eine Krux.

Und da wir wieder Sonntag haben, werde ich nun wie jeden Sonntag diese Kolumne schnell veröffentlichen, bevor mir wieder etwas Neues einfällt (wie etwa ein Readalong 😉 ).

Einen wunderbaren Sonntag wünscht euch eine Stephie, die gerade versucht die Notizen von gestern Nacht zu entziffern. Was mag wohl hinter „Kohlkopf Science Weg“ für eine Idee gesteckt haben?

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