Das LiteraturCamp Bonn 2019

Die Zeit verfliegt mal wieder. Ich hatte mir fest vorgenommen, so schnell es geht, über das LiteraturCamp Bonn zu berichten. Jetzt ist es doch schon wieder eine Woche her. Am 11.5.2019 fand von 9-18 Uhr im Haus der Bildung in Bonn das 3. LiteraturCamp Bonn statt.

 

Das LiteraturCamp und seine Regeln?

Wenn ihr euch jetzt fragt, was ein LiteraturCamp überhaupt ist, dann habe ich hier ein Zitat von Ute. Ute ist eine der Organisatorinnen des LiteraturCamps in Bonn.

„Ein Barcamp ist eine sogenannte Unkonferenz. Das bedeutet, die Teilnehmer gestalten sich ihr Programm morgens selber. Und jeder, der teilnimmt, kann tatsächlich auch einen Beitrag leisten.“ (Ute Lange, Organisatorin)

Und das LiteraturCamp steht ganz im Zeichen des geschriebenen Wortes. Themen rund um Bücher, Lesen, Schreiben aber auch Randthemen wie Websiteerstellung, Europadiskussionen oder anderes können als Session vorgeschlagen werden. Der Vielfalt und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Außer natürlich der Anzahl der Sessionräume und des Zeitlimits. Das sind aber auch schon die einzigen Regeln.

Ach nein, da fällt mir ein, eine einzige gibt es tatsächlich noch und das ist mit die Wichtigste: „Sprich über das LiteraturCamp!“ Und das gerne währenddessen auf Twitter und natürlich im Nachhinein auch in Form von Blogposts, Vlogs und anderen Beiträgen. Dabei sollte man nicht den zugehörigen Hashtag vergessen. Der war in diesem Falle #litcampBN19. Dort könnt ihr auch noch mal nachlesen, was alles getwittert wurde.

 

Die Sessions

Es gab 5 Zeitslots, demnach konnte man sich 5 Sessions ansehen, vorausgesetzt man hat nicht eine eigene gehalten. Wie immer war das Angebot reichlich und ich neugierig, so dass ich mir 5 unterschiedliche Sessions angeschaut habe. Ich kam außerdem leider etwas zu spät und bekam die Sessionvorstellung nicht mehr vollständig mit, daher war das Aussuchen der Themen dann ein bisschen wie Roulette spielen. Entschieden habe ich dann strikt nach der Regel, welcher Titel auf der Sesseionwand hört sich für mich am spannendsten an.

 

Session 1: Crashkurs Plotten

von Tanja Hanika (@TanjaHanika)

In einem waren Galopp erzählte uns Tanja von den Grundlagen des Plottens und wie viele unterschiedliche Möglichkeiten des Plottens es gibt. Ein paar der Plotformate hatte ich schon mal gehört, aber einen großen Teil tatsächlich noch nicht. Es machte mich ungemein neugierig und am liebsten wollte ich sofort etwas ausprobieren. Wie sich herausstellte, scheiden sich beim Thema Plotten nämlich die Geister. Es gab Nachfragen und Diskussioneinwürfe aus dem Publikum und es wurde schnell klar, dass jeder tatsächlich diverse Mechanismen einmal ausprobieren sollte und dann wahrscheinlich eine Art personalisierte Mischform für sich entwickelt. Sei es plotten nach der Heldenreise, nach der Version von Dan Wells, nach der Dramenpyramide, nach einem Zeitstrahl…. Es gibt so viele Möglichkeiten. Tanja machte das wirklich gut und ich habe einige Anregungen mit nach Hause genommen. Unter anderem auch ihr eigenes Buch, dass sie so gut wie gar nicht erwähnte, das aber viele hilfreiche Checklisten, Muster und Vorlagen enthält, die besonders beim Plotten wichtig sind. Ich habe es mir dann direkt an dem Sonntag nach dem LiteraturCamp bestellt. Es heißt übrigens „Arbeitsbuch für Schriftsteller“ von Tanja Hanika.

 

Session 2: Selfpublishing vs. Verlag. „Die nackte Wahrheit“

von Edda Klepp und Vera Nentwich (@EddaKlepp / @VerasWelt)

In der zweiten Session entschied ich mich für ein Thema, mit dem ich mich noch so gar nicht beschäftigt hatte: dem Selfpublishing. Edda und Vera löcherten uns zunächst einmal damit, dass wir alle Vorurteile und Klischees, die es zum Selfpublishing gibt, aufzählen sollten. Da kam ganz schön was zusammen. Dann entkräfteten die beiden eins nach dem anderen. Es war eine sehr spannende Session, die durch ihre Erfahrungen sehr viel Farbe gewann.

Mein Eindruck: Inzwischen scheint sich das Selfpublishing wirklich gemausert zu haben und eine wirklich gute Option für Autoren und was ich erstaunlich fand sogar Verlage zu sein. Letzteres bezogen auf die Print-on-Demand-Möglichkeiten.

 

Session 3: Screencasting für Autoren und Blogger

von Alessandra Reß (@fragmentansichten)

Und auch in der dritten Session wählte ich ein Thema, mit dem ich mich bisher nur am Rande beschäftigt hatte: Screencasting. Alessandra machte eine Einführung in das Thema und zeigte, welche Tools sie nutzt, welche es auf dem Markt gibt, wie die Vor- und Nachteile sind und was sie schlussendlich als Autorin für Vorteile von einem Screencast haben kann. Das war interessant, denn diese Verbindung war mir zuerst schleierhaft. Aber sie kann zum Beispiel Erklärvideos oder auch Buchtrailer mit Screencasting erstellen.

 

Session 4: Achtung Stolperfalle! Oder: Eben hatte ich noch ein Glas in der Hand

von Jana Tomy (@JanaTomyAutorin)

Was für ein Titel! Wenn der nicht neugierig macht. Und es ging um Beschreibungen. Wie viel Beschreibung braucht ein Ort, ein Objekt, eine Person im Text? Wann ist es zu viel? Was ist zu wenig Beschreibung? Jana kommt aus dem Improvisationstheater und dementsprechend aktiv, fidel und abwechslungsreich ging es in der Session zu. Ihre Beispiele entwickelte sie auf der Bühne zusammen mit uns – dem Publikum. Das war nicht nur interaktiv, sondern auch anschaulich. Wir entwickelten einen Kessel und eine Waldszene mit Leiche. Und auch das Spiel „Folge dem König“, das die Bewegung im Raum darstellen sollte und den Autoren die Objekte im Raum verinnerlichen sollte, war ungewöhnlich. Denn vergisst man ein Objekt im Raum/Roman, das man vorher eingeführt/beschrieben hat, ist es dann an der ersten Stelle überhaupt notwendig? Und wenn ja, wo ist es dann jetzt?

Sehr interessant und außerdem die aktivste Session des Tages.

 

Session 5: Wie schreibe ich das perfekte Exposé?

von Annika Hartmann (@be_ebooks)

Annika Hartmann arbeitet als Lektorin bei Be.Ebooks, dem Ebooklabel von Bastei Lübbe und brachte eine kurze Session zum Exposé-Schreiben mit. In einem Schnelldurchlauf, berichtete sie darüber, was gehört alles zum Exposé, wie werden Exposés bei Be.Ebooks behandelt und weiterverarbeitet und stand anschließend noch für die Fragen der Zuhörer parat. So checklistenmäßig ein Exposé für eine Verlagsanfrage auch sein mag, so schwierig tun sich Autoren damit, ihre eigenen Geschichten tatsächlich auf wenige Zeilen oder sogar eine Seite zusammen zu kürzen. Das kam besonders in der Diskussion heraus. Fremde Texte kürzen und auf den Punkt bringen? Überhaupt kein Problem. Aber die eigenen? Es folgte zustimmendes Gemurmel aus dem Publikum. Trotzdem braucht es eine solche kurze Zusammenfassung im Exposé. Darum kommt man nicht herum.

 

Fazit

Das waren die 5 Sessions, die ich mir angeschaut habe. Sehr viele Themen, mit den ich bisher noch nichts zu tun hatte und die nach einem näheren Blick sehr interessant waren. Diese kurzen fokussierten Ausschnitte auf Themen und der Austausch mit anderen, ist und bleibt das Beste auf den Barcamps. Und daher freut es mich sehr, dass zum Abschluss schon das nächste LiteraturCamp angekündigt wurde: 2020 wird es auch wieder ein LiteraturCamp in Bonn geben! (#LitcampBN20)



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