#20000MeilenimAugust – Letzter Check-In

#20000MeilenimAugust – Letzter Check-In

Kapitel 25-47 (Teil 2, Kapitel 1-23)

In der letzten Woche war mein Urlaub vorbei und ich habe gleich verpasst einen Check-In-Post zu schreiben. Das macht aber nichts. Ich fasse einfach die letzten zwei Readalong-Wochen zusammen. Und ich habe es geschafft. Ich habe diesen 500 Seiten Wälzer ausgelesen. Yeah!

Die Geschichte tröpfelt weiter vor sich hin. Die Nautilus fährt durch die Meere und Ozeane und überall gibt es lehrreiche Informationen zur Geschichte und Flora und Faune. Es ist fast ein bisschen wie ein Sachbuch mit kleinen erzählerischen Einschüben.

Kapitän Nemo entdeckt den Südpol und nimmt ihn in Beschlag. Dann gibt es tatsächlich mal eine heikle Situtation, bei der die Nautilus im Eis feststeckt und für einen kurzen Moment, sogar der Kapitän verzweifelt. Schließlich gelingt Monsieur Arronax, Ned Land und Conseil die Flucht. Allerdings erst nachdem sie wirklich alle Meere einmal abgefahren sind.

 

Gedanken

Meine Gedanken zu dem Buch sind sehr zwiegespalten. Einerseits finde ich die Grundidee weiterhin unglaublich spannend. Andererseits gibt es so viele vertane Chancen. Die Geschichte von Kapitän Nemo bleibt ein Geheimnis. Es gab keine wirkliche Entwicklung der Figuren und eigentlich ist es eine Aneinanderreihung von naturwissenschaftlichen und absurden „Fakten“.

Auf der anderen Seite aber, sieht man den Humor durchschimmern, den Jules Verne durchaus gehabt haben muss. Conseil kann die Arten klassifizieren, aber weiterhin nur auf dem Papier, nicht, wenn sie in der Realität vor ihm schwimmen. Ned Land, der Harpunier, der immer auf der Suche nach etwas Essbarem ist, welches aber vor allem vom Land kommen sollte. Und dann wäre da noch Monsieur Arronax, der Wissenschaftler, der zuerst ein Fabelwesen als Theorie in den Ring wirft und dann sich als einziger damit gut arrangieren könnte, auf der Nautilus zu verbleiben und seinen Forschungen nachzugehen. Einerseits wissenschaftlich orientiert, andererseits wirkt er auch immer ein bisschen naiv. Dazu kommt der geheimnisvolle Kapitän Nemo, über den so gut wie gar nichts zu erfahren ist. Das ist eigentlich eine großartige Figurenkonstellation, mit der sich Abenteuer bestehen lassen. Aber im Großen und Ganzen ist das Abenteuer: Sie werden durch Zufall Gefangene auf der Nautilus, fahren herum und dokumentieren die Unterwasserwelt.

Ich kann verstehen, warum dieses Buch als Inspiration für so viele Kreative (egal ob im Buch- oder Filmbereich) dient. Es bietet reichlich Fläche für Interpretation. Ich hätte mir wohl einfach ein bisschen mehr Handlung gewünscht.

Aber ich bin froh, dass ich das Buch gelesen habe. Und ich bin froh, dass ich es in Form des Readalongs gelesen habe, ansonsten hätte ich bei der Hälfte wahrscheinlich die Segel gestrichen.

Wie fandet ihr die „20000 Meilen unter dem Meer“? Haben Sie euch überrascht oder enttäuscht? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, wie euer Leseerlebnis war.

 


Auftaktbeitrag für den Readalong: Ein Readalong im August

Erster Check-In: #20000MeilenimAugust – Erster Check-In

Zweiter Check-In: #20000MeilenimAugust – Zweiter Check-In


Photo by Cassie Matias on Unsplash

2 thoughts on “#20000MeilenimAugust – Letzter Check-In”

  • Ich bewundere, dass du es geschafft hast, das Buch zu Ende zu lesen! Ich habe mich vor einigen Monaten daran versucht und habe nach ca. einem Viertel aufgegeben, genau weil eben kaum Handlung in Sicht war. Es liest sich tatsächlich mehr wie ein Reisebericht als ein Roman.

    Mich hat auch sehr gestört, dass so viele naturwissenschaftliche „Fakten“ schlichtweg falsch waren. Das ist natürlich verständlich, da das Buch in den 1870ern entstanden ist, aber es hat meinen Lesefluss doch sehr gestört, dass ich auf fast jeder Seite dachte, „Haha, nein!“

    Auch die regelmäßigen Erwähnungen des „Schöpfers“, der all das, was die Figuren des Romans unter Wasser sehen, „erschaffen“ hat, haben mich etwas gestört.

    Ich verstehe, dass das Buch ein rares Fenster in eine wundersame Welt war zu Zeiten, in denen kaum bis keine anderen Unterhaltungsmedien zur Verfügung standen. In unserer Zeit, in der zahllose Naturdokumentationen nur ein paar Klicks entfernt sind, ist das Buch eher ein – genau wie du sagst – naives Zeugnis längst überholter wissenschaftlicher Kenntnisse.

    Vielen Dank, dass du diese „Lesereise“ geteilt hast!

    • Liebe Anne,
      danke für deinen Kommentar. Dann bin ich ja nicht ganz alleine mit meiner Einschätzung. 😉 Und ich hätte es wirklich nicht geschafft durchzuhalten, hätte ich es nicht online so angekündigt. Da war dann irgendwie die Motivation es auszulesen doch groß.
      Viele Grüße
      Stephie

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