LiteraturCamp Bonn 2018

Barcamps sind inzwischen sehr beliebt. Sie werden zu den unterschiedlichsten Themen oder auch Nichtthemen gemacht. BarCamp Bonn, StartCamp, LiteraturCamp, NachhaltigkeitsCamp, FutureCamp… Und das sind nur ein paar, die hier in Bonn stattfanden bzw. noch stattfinden werden. Das LiteraturCamp Bonn ist ein Barcamp rund um das Thema Lesen, Bücher und Schreiben und fand gestern (28.4.2018) im Haus der Bildung in Bonn statt.

Ich liebe diese Unkonferenzen. Sie sind motivierend, inspirierend und einfach großartig.

Barcamps werden zum Teil mit sehr spontanen Programmpunkten bespielt. Jeder, der Lust hat, kann eine Session anbieten. Da kann es auch mal passieren, dass ein Vortrag nicht so rüberkommt, wie er geplant war. Da kann es passieren, dass das Thema nach einer Viertelstunde fertig erklärt ist oder dass eine Viertelstunde überzogen wird, weil alle so viel Spaß an der Session haben. Da kann es sein, dass man sich etwas völlig anderes darunter vorgestellt hat, weil die Vorstellung morgens zu kurz, zu lang, zu umständlich war.

Es kann im Grunde alles passieren. Auch Enttäuschungen sind möglich. Diskussionsrunden kommen nicht in Schwung, Themen werden missverstanden, Fragen aus Nervosität nicht beantwortet.

Aber wisst ihr was? Es ist egal. Denn es passiert auch so viel Gutes auf Barcamps. Für jede Session, die mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat, nehme ich aus einer anderen Session umso mehr mit nach Hause und zurück an meinen Schreibtisch.

Ich lerne neue interessante Menschen kennen – jedes mal wieder. Ich lande mindestens einmal in einer Session, bei der ich keine Erinnerung mehr habe, um was es eigentlich gehen sollte, aber ich probiere sie einfach aus. Und ganz häufig bin ich positiv überrascht. Ich bekomme ganz abwegige Buchempfehlungen, die ich mir ohne die Begeisterung der Person, die sie mir vorstellt, niemals angeschaut hätte. Ich entdecke neue Perspektiven und neue Horizonte. Ich finde auf Anhieb mindestens 5 neue Ideen, die ich als Blogposts in meinem Blog verarbeiten kann. Und ich kann tatsächlich neue Methoden und Techniken einfach mal ausprobieren. Zum Beispiel das Kreative Schreiben, oder Ukulele spielen oder ein Cover entwickeln. Bei BarCamps hat man die Möglichkeit einfach mal Dinge auszuprobieren, in sie hineinzuschnuppern und festzustellen, nein das ist gar nichts für mich oder oh, das muss ich mir unbedingt genauer anschauen.

Ich dachte zum Beispiel, dass Kreatives Schreiben gar nichts für mich ist. Durch Zufall bin ich aber in der Session von Beate gelandet, die Workshops zu dem Thema gibt. Es ging eigentlich um das Thema Schreibblockaden und wie man sie vermeidet. Es war großartig. Sie hat erzählt, wie sie Schreibblockaden erfolgreich seit Jahren vermeidet und hat uns mit kleinen 3-Minuten-Übungen schreiben lassen. Es war erstaunlich, was für Texte dabei entstanden sind und wie unterschiedlich die Teilnehmer daran gegangen sind. In der kurzen Zeit! Es hat mich nachhaltig beeindruckt. Und so abwegig wie mir zuerst ein Kreativer-Schreibworkshop vorkam, umso interessierter bin ich nun.

Ich gehe übrigens selten aus einer Session raus. Das ist natürlich auf einem Barcamp überhaupt kein Problem. Jeder darf kommen und gehen, wie es ihm gefällt. Das ist die Offenheit des Barcamps. Aber selbst, wenn ich mit den Vortragenden nicht einer Meinung bin oder Fragen habe, am Ende ergibt sich meistens eine sehr spannende Diskussion – und sei es auf dem Flur danach unter den Teilnehmenden.

In der Feedbackrunde sagte gestern jemand etwas, was meine Gefühle ziemlich gut zusammenfasst in Bezug auf Barcamps: „Dass hier alle so offen über ihr Schreiben, ihre Methoden und ihre Erfahrungen reden ist sehr hilfreich und beeindruckend.“ Es wird sich tatsächlich ausgetauscht. Die offene Atmosphäre eines Barcamps gibt mir die Möglichkeit, neue Perspektiven kennen zu lernen, Dinge auszutesten, mich zu vernetzen und natürlich ganz viel Input zu bekommen. Und das gilt nicht nur für das Literaturcamp, sondern für alle Barcamps.

Übrigens gab es zwei Tipps, die sich aber durch den gesamten gestrigen Tag zogen: „Schreiben, schreiben, schreiben!“ und „Üben, üben, üben!“

Bleibt einfach dran! Egal ob ihr einen Roman schreiben, endlich mit dem Sketchnoting anfangen oder die Ukulele spielen wollt. Einfach mal machen und dann dranbleiben. Diese Tipps sind so simpel wie schwer dann durchzuhalten. Aber ich glaube, sie sind wahr.

Mit der großen Inspiration und Motivation von gestern habe ich nun zum Abschluss wieder einmal eine Liste erstellt mit den Dingen, die ich endlich weiterführen will:

  • weitere Podcastepisoden aufnehmen
  • regelmäßig bloggen
  • Sketchnoting für Buchrezensionen ausprobieren
  • endlich wieder Beiträge für bundesstadt.com schreiben.

Und damit beende ich meinen Beitrag zum gestrigen LiteraturCamp Bonn, der ganz anders geworden ist, als ich ursprünglich vorhatte. So kann es gehen.



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